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RüBio - Blaue Bioökonomie live erleben

Auf Rügen kann man blaue Bioökonomie bald live erleben. Der Modellstandort zeigt, wie nachhaltig nützliche Biomasse produziert werden kann, ohne langweilig zu sein. Von Bierbrauerei, Aquakultur über Insektenzucht bis hin zu Heilkräutern aus Vertical Gardening: neue Foodsysteme, die Lust auf Zukunft machen!

In Kürze kann man auf Rügen blaue Bioökonomie live erleben

Familie Gruber kombiniert moderne, "blaue" Produktionstechniken für z.B. Fisch, Gemüse und Heilkräuter besonders nachhaltig und vor allem: beeindruckend anschaulich.

Die Zukunft der Lebensmittelversorgung braucht neue Lösungen, um sich an die steigenden Bevölkerungszahlen, Klimawandel und immer begrenzteren Anbauflächen anpassen zu können. In Deutschland allein werden 10 Millionen Hektar Fläche für Futter Nutztierfutter erzeugt. Das ist mehr als die Hälfte der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche. Mit Gras, Getreide und Mais können deutsche Tierhalter so einen Großteil des Grundfutterbedarfs für ihre Tiere decken. Was jedoch fehlt, sind eiweißreiche Zusatzfutter. Diese werden weder in Deutschland noch in der EU in ausreichend großen Mengen erzeugt, Deutschland importiert daher rund 26 Prozent des im Tierfutter enthaltenen Eiweißes – einen Großteil davon als Soja – aus Südamerika und den USA. Auch Raps, die weltweit am zweithäufigsten angebaute Pflanze zur Lebens-, Futtermittel- und Energiegewinnung weist keine positive Klimabilanz auf.

Dabei könnte man mit ausgeklügelten Systemen auf kleinerer Landfläche wirtschaftlicher, vielfältiger und ressourcenschonender gesunde Eiweiß- und Futterbiomasse produzieren und auf Importe zum Großteil verzichten. Moderne, tierwohlgerechte Insekten- und Aquakulturen können genau wie Obst und Gemüse auf viel geringerer Fläche mit sehr hohem Ertrag gewonnen werden und sind im Vergleich zum Getreideanbau bis zu 100x ertragsreicher. Zum Veranschaulichung: Gerade mal 2,7 % der Fläche hierzulande wird für den Kartoffelackerbau verwendet, der Ertrag deckt jedoch sowohl unseren eigenen Landesbedarf als auch nennenswerte Exportbedarfe.

Die traditionelle Landwirtschaft sollte also durch gezielte Kreislaufwirtschaft sinnvoll ergänzt und sogar erweitert werden. Wie es in nachhaltig und wirtschaftlich funktionieren kann, zeigt Familie Gruber dem Fach- und Laienpublikum eindrucksvoll am ersten Blaue Bioökonomie-Modellstandort RüBio.

Geplant sind zunächst vier Produktionen, die durch Kreisläufe miteinander gekoppelt werden: Pflanzen, Insekten, Fische und Bier. Das System soll dauerhamisch bleiben und um weitere Komponenten wie z.B. Pilzkulturen erweitert werden können.

Schon Ende des Jahres sollen hier die ersten Welse und Soldatenfliegen einziehen, um mit nachhaltiger und sinnvoll verknüpfter Biomasseproduktion zu beginnen.

Ein Europäisches Zentrum für angewandte Bioökonomie

Das "Bioökonomische Forschungszentrum Rügen", kurz RüBio, wird eine umfassende Entwicklungseinrichtung mit viel praxisnaher Forschung, bei der zwischen Wissenschaft und Produkt keine Weltreisen liegen.

Die Größe und Ausstattung der gut sanierten Industrieanlage erlaubt es kreativen Experten, einen Ort zu finden, an dem sich Visionen und Umsetzung neuer Bioökonomietechniken gleichermaßen realisieren lassen, ohne sofort Perfektion erreichen zu müssen. Bioökonomie ist eben ein Prozess, der vor allem eins braucht: ein bisschen Raum, biologisches Verständnis und genügend Zeit, um natürliche Prozesse zu fördern.

RüBio soll also ein dauernder Anziehungspunkt und Innovationshub für blaue Bioökonomie-Experten aus ganz Europa werden.

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